Blog » Inhalte » 5. März 2008

Dritter Gutachter für meine Dissertation gesucht

Hier mal ein Aufruf der etwas anderen Art: ich brauche für meine Dissertation an der Universität Ulm einen dritten, externen Gutachter. Im Idealfall handelt es sich dabei um einen Professor einer deutschsprachigen Universität mit Interessensschwerpunkt Wissensmanagement und Web 2.0, der zusätzlich im Zeitraum Mai/Juni/Juli freie Ressourcen für die Beurteilung der Arbeit und die obligatorische Disputatio hat.

Ich weiß, dass sich nun wahrscheinlich kein Leser von meinem kleinen Blog direkt angesprochen fühlt. Jedoch würde ich mich sehr freuen, wenn sich mein Anliegen rumsprechen würde und ich dadurch vielleicht doch einen interessanten und interessierten Gutachter finden würde.

Worum geht es?
Der Arbeitstitel meiner Dissertation lautet "Weblogs, Wikis und die dritte Dimension", jedoch wird sich der endgültige Titel höchstwahrscheinlich noch ändern. Zur Zeit ist "Ganzheitliches Wissensmanagement auf Basis des Web 2.0" mein persönlicher Favorit. Dieser enthält nämlich eine genauere Darstellung meiner tatsächlichen Forschungsschwerpunkte: Wissensmanagement und Web 2.0.

Die Dissertation beschäftigt sich somit mit zwei großen Themen: Zum einen die Problematik eines effizienten Wissensmanagements in Unternehmen, zum anderen der Wandel im Internet zu benutzerzentrierten Systemen. Beide Themen werden definiert und ausführlich vorgestellt. Der Kern dieser Arbeit liegt im Zusammenführen der beiden Themen. Es soll dabei ein Anwendungskonzept entwickelt werden, bei dem die neuen Dienste im Internet so miteinander kombiniert werden, dass sie eine Alternative zu herkömmlichen Wissensmanagement-Systemen bilden. Das aufgestellte Konzept wird schließlich anhand eines praktischen Beispiels geprüft.

Das Augenmerk liegt dabei auf folgenden zentralen Fragestellungen: Was sind die Prinzipien eines Wissensmanagement-Systems? Welche Systeme aus dem Web 2.0 können Teilaufgaben im Wissensmanagement übernehmen? Wie lassen sich die in einem Wissensmanagement-System erfassten Inhalte neuartig bewerten? Wie lässt sich daraus eine einfach bedienbare, kostengünstige Softwarelösung entwickeln?

Der erste Abschnitt beschäftigt sich mit dem Thema: Wissen und der Umgang damit. Dazu wird der Begriff Wissen zunächst definiert und als wichtigster Produktionsfaktor des 21. Jahrhunderts vorgestellt. Danach leitet die Erklärung der Wissensspirale, in der implizites Wissen in explizites Wissen umgewandelt wird, schließlich über zum Wissensmanagement. Anhand den "Bausteinen des Wissensmanagements" von Probst, Raub und Romhardt wird ein ganzheitlicher Ansatz für Wissensmanagement vorgestellt und mit Hilfe von verschiedenen Instrumenten gezeigt, wie Herausforderungen im Wissensmanagement technisch gelöst werden. Abschließend werden aktuelle Probleme im Wissensmanagement beleuchtet, die sich oftmals daraus ergeben, dass der Fokus auf der Software liegt und dass Wissen sich nicht ohne Weiteres vom Träger lösen lässt.

Der zweite Abschnitt stellt die grundlegenden Veränderungen im Internet vor, die durch den vagen Begriff Web 2.0 zusammengefasst werden. Dieser wird zum besseren Verständnis zunächst genauer definiert und mit einer Darstellung der zugrunde liegenden Prinzipien mit Inhalt gefüllt. Dabei wird auch der zentrale Begriff von Social Software für Web-Applikationen eingeführt, die die kollektive Intelligenz ihrer Anwender nutzen, um soziale Netzwerke zu knüpfen und die Kollaboration zu verbessern.

Eine Zusammenfassung der bisherigen Forschungsresulte erfolgt im dritten Abschnitt, bevor dann im vierten Abschnitt ein neuartiges Konzept für das Betreiben von Wissensmanagement auf Basis des Web 2.0 entwickelt wird. Zunächst wird dabei von einer einfachen Volltextrecherche ausgegangen, die nach und nach mit neuen Anwendungen aus dem Web 2.0 ergänzt wird. Dabei dient als Speicher für temporär relevante Inhalte ein Weblog, dauerhafte Inhalte werden dagegen in einem Wiki abgelegt. Stichwörter werden als Bindeglied zwischen beiden Systemen genutzt. Zudem hilft ein soziales Netzwerk, die Strukturen unter den Anwendern besser abzubilden. Die Ergebnisse der Volltextrecherche können schließlich durch verschiedene Mechanismen, die zuvor durch Einbauen von Web 2.0-Elementen gewonnen wurden, individuell gefiltert und bewertet werden.

Der fünfte Abschnitt fasst das entwickelte Konzept noch einmal zusammen und ordnet es in die Themen Wissensmanagement und Social Software ein. Anschließend werden die Unterschiede zu bestehenden Konzepten kurz dargestellt. Im darauf folgenden sechsteln Abschnitt wird anhand von zwei Anwendungsszenarien - dem Veröffentlichen von wissenschaftlichen Dokumenten und Betreiben einer privaten Website - der Nutzwert des Konzepts überprüft.

Zu guter Letzt wird im siebten Abschnitt die Software gupsi:media vorgestellt. Es handelt sich dabei um eine praxisnahe Umsetzung des vorgestellten Konzepts in Form einer eigenständigen Software.

Stil der Arbeit
Vielleicht sind auch noch ein paar Worte zum Stil meiner Arbeit sinnvoll. Auch wenn das überwiegende Ziel einer Dissertation das Herausstellen der eigenen wissenschaftlichen Arbeitsweise ist, habe ich mich bemüht, eine gut lesbare und verständliche Arbeit zu schreiben. Wer in den Tiefen von langen geschachtelten Sätzen nach wertvollen Informationen suchen möchte, den muss ich weitestgehend enttäuschen. Genauso auch die Leser, die den Wert einer Arbeit nach der Anzahl der Indizes beurteilen. Auch wenn es arrogant klingen mag, aber nach meinem Verständnis darf eine Dissertation nicht abgehoben wirken, sondern sollte auch dem interessierten Laien eine Möglichkeit bieten, den Sachverhalt nachvollziehen zu können.

Interesse?
Bei näherem Interesse stelle ich natürlich gerne meine Dissertation in einem kurzen Vortrag vor und übermittle vorab auch die aktuelle Arbeitsversion. Über Fragen sowie auch tatsächliche Angebote würde ich mich sehr freuen. Ich bin dazu jederzeit unter info@tzwaen.com erreichbar.

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